Informationen zu Sambia
Sambia ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika. Das ehemalige Nordrhodesien erlangte 1964 seine Unabhängigkeit und kann seitdem auf eine durchweg stabile und friedliche Entwicklung zurückblicken. Auch der Übergang zur Mehrparteien-Demokratie nach dem langjährigen Präsidenten Kenneth Kaunda verlief friedlich.
Obwohl Sambia doppelt so groß ist wie Deutschland, leben hier nur rund 14,5 Millionen Menschen. Ein Großteil der Landschaft ist von der Zivilisation nahezu unberührt. Reisende sind immer wieder fasziniert vom großen Tierreichtum der Nationalparks, den weltberühmten Viktoriafällen und dem Kariba-Stausee. Dennoch hält sich der Tourismus in Grenzen, und die gesamtwirtschaftliche Situation ist schwierig.

Wirtschaftliche Lage schwierig
Das Land verfügt über wertvolle Bodenschätze (z. B. Kupfer, Kobalt, Nickel, Blei und Edelsteine). Insbesondere im Kupfergürtel sind Bergbau und im übrigen Sambia Handel, Land- und Forstwirtschaft wichtige Wirtschaftszweige und seit kurzem boomt auch das Bauwesen. Aber nur etwa ein Drittel der Bevölkerung profitiert von diesem Aufschwung. Die nötigen Mittel zum Ausbau der Infrastruktur sowie des Bildungs- und Gesundheitssystems fehlen immer noch. Die Auslandsverschuldung liegt zur Zeit (2014) bei über 3,6 Milliarden US-Dollar.

Große Armut in der Bevölkerung
Damit gehört Sambia zu den ärmsten und am höchsten verschuldeten Ländern der Welt. Mehr als die Hälfte der erwerbsfähigen Erwachsenen in vielen Städten und am Land ist arbeitslos. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt rund 385 US-Dollar im Jahr. Etwa 60 % der Sambier müssen sogar mit nur einem Dollar pro Tag oder weniger auskommen. Über 40 % der Bevölkerung sind unterernährt („Welthunger-Index“vom Oktober 2016). Auch die relativ hohe Aids/HIV-Rate sowie Malaria und Cholera tragen zu diesen Problemen bei.

Über 750 000 Aidswaisen
Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung Sambias sind mit Aids/HIV infiziert. Die Altersgruppe der 15- bis 49-jährigen ist am stärksten betroffen. Jährlich sterben rund 90 000 Menschen an den Folgen der Immunschwächekrankheit. Rund 750 000 Kinder und Jugendliche haben Vater, Mutter oder sogar beide Elternteile deswegen verloren. Etwa 100.000 Kinder sind selbst HIV-infiziert.
Obwohl die Regierung und andere Institutionen seit Jahren Aufklärungskampagnen durchführen, ist HIV/AIDS nach wie vor ein Tabu in weiten Teilen der Bevölkerung. Erkrankte werden oft ausgegrenzt. Kinder bleiben nach dem Tod Ihrer Eltern meist in völliger Armut zurück. Großfamilien und Großeltern können nur begrenzt helfen. In den Städten leben Zehntausende von Kindern auf der Straße.

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Bericht von Dr. med Olaf Büttner:

Eigentlich ist Mr. Happyson Mulima als Chemie- und Biologielaborant in der Rusangu Highschool angestellt. Mit Reagenzien und dem Herstellen von diversen Mixturen kennt er sich also bestens aus. Was liegt da näher als den weißen Schutzkittel des Chemielabors gegen den Arztkittel zu tauschen? Mr. Mulima wurde in einem sechswöchigen Intensivkurs im Monze Hospital als public health specialist ausgebildet und arbeitete lange als freiwilliger Helfer in der örtlichen Gesundheitsversorgung mit, um ausreichend Erfahrung für seine medizinische Tätigkeit als Schulkrankenpfleger in Rusangu zu sammeln, wo er die erste Anlaufstation für die über 700 Schüler und Schülerinnen ist.

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